Kostensicherheit beim Hausbau
Jeder Bauherr sollte für Kostensicherheit sorgen. Dafür werden Kosten verglichen und es scheint auch Hausanbieter zu geben, deren Kostenermittlung auf der Multiplaktion von Wohnfläche und Pauschalpreis basiert. Eines vorweg: Man kann die Kosten uns Preise für den Hausbau nicht durch eine einfache Formel ermitteln. Sie haben zwar irgendeine Zahl, jedoch ist diese sehr wahrscheinlich unzuverlässig. Grundlegend ist es von Bedeutung zu wissen, welche Kosten beim Bauen entstehen können. Wichtig ist auch, wie diese Kosten entstehen und wie sie sich die Preise beim Bauen zusammensetzen. Dies erfahren Sie hier:
Kostengruppen am Bau

Am Bau gibt es sieben Kostengruppen die sich in Bauhauptkosten und
Baunebenkosten unterteilen.
Die einzelnen Kostengruppen sind:
- Grundstück (Kostengruppe 100),
- Herrichten und Erschließen (200),
- Bauwerk – Baukonstruktion (300),
- Bauwerk – Technische Anlagen (400),
- Außenanlagen (500),
- Ausstattung und Kunstwerk (600),
- Baunebenkosten (700).
Allein aus der Betrachtung der einzelnen Kostengruppen ist ersichtlich, dass eine einfache Berechnung der Hausbaukosten nicht nach m²-Wohnfläche möglich ist. Allein durch die Wahl der Ausstattung können große Kostenschwankungen entstehen. Diese Ausstattung bezieht sich nicht nur auf die Wahl der Fliesen und Tapeten sondern auch die gewählte Haustechnik hat große preisliche Unterschiede.
Die Baunebenkosten
Die Baunebenkosten sind in der Regel die ersten Kosten, die beim Hausbau anfallen. Sie sollten auf jeden Fall in die Gesamtkosten mit eingerechnet sein, da sie auch in der Finanzierung mit berücksichtigt werden müssen. Sie sind nicht ganz unerheblich.
Zu den Baunebenkosten gehören die Kosten für das Baugrundstück, Planungskosten für Architekt, Statiker und weitere Fachplaner, Baugenehmigungs- und Prüfgebühren, Kosten für Baugrundgutachten und bei Bedarf weiteren Gutachten sowie Kosten für Bauversicherung und Finanzierung. Die Baunebenkosten erreichen schnell bis zu 20% der Hausbaukosten und sind somit ein nicht unerheblicher Anteil, der berücksichtigt werden muss. Ein guter Architekt berücksichtigt diese Kosten und passt die Kostenberechnung immer dem aktuellen Planungsstand an.
Die Bauhauptkosten
Nach Abschluss der Planungsphase und Abstimmung mit dem Bauherrn erstellt das Planungsbüro die Ausschreibung für die einzelnen Leistungsbereiche am Bau. Hierzu gehören neben der Baustelleneinrichtung die Rohbau- und Ausbauarbeiten und die Herrichtung der Außenanlagen. Die einzelnen Gewerke werden mit einer Leistungsbeschreibung der zu erbringenden Arbeiten erfasst und von den an der Ausschreibung beteiligten Firmen verpreist. Je genauer diese Leistungsbeschreibung ist desto sicherer werden die zu erwartenden Kosten. Fehlen in diesen Leistungsbeschreibungen Arbeiten oder sind Mengen nicht richtig erfasst stellt die ausführende Firma Nachträge. Diese Nachträge zu den Leistungsbeschreibungen führen zu einer Kostenerhöhung, die manchmal nicht unerheblich sein kann. Auch vom Bauherrn im Nachgang gewünschte Änderungen an der Bauausführung können zu einer Kostenerhöhung führen. Bei der Erfassung der Baugewerke sind auch die Arbeiten für die Baustelleneinrichtung und der Herrichtung der Baustelle zu berücksichtigen. Auch die abschließenden Arbeiten für die Gestaltung der Außenanlage ist mit einer Leistungsbeschreibung zu erfassen. Damit erhält der Bauherr umfassend die Gesamtkosten für den Hausbau.
Das Fertigteilhaus
Viele Bauherren gehen davon aus, dass mit einem Fertigteilhaus die Baukosten geringer ausfallen. Einige Hausbaufirmen versprechen dies auch mit günstigen Baupreisen. Der Bauherr verspricht sich die Einsparung der Planungskosten. Aber hier ist Vorsicht geboten. Fertigteilhäuser haben einen festen Preis für die angebotene Ausstattung. Jeder Änderungswunsch des Bauherrn führt zu erhöhten Preisen. Dies bezieht sich sowohl auf die Änderung der Raumaufteilung als auch auf die Änderung der verwendeten Materialien. Beim Erwerb eines Fertighauses muss dieser Umstand mit berücksichtigt werden. Um späteren Ärger bei z.B. Ausführungsmängeln und damit auch Zusatzkosten zu vermeiden, empfiehlt es sich bei der Errichtung eines Fertigteilhauses einen unabhängigen Bauberater mit zu nehmen.